Kita Traumland

Kinder legen ihren eigenen Garten an

In der AWO-Kindertagesstätte „Traumland“ sind junge Gärtnerinnen und Gärtner begeistert bei der Sache. Eigene Beete angelegt.

Stolberg Gemüse selber anbauen und frisch aus dem Beet genießen hat sich die Gemüse-Ackerdemie auf die Fahne geschrieben. Initiatorin dieser Aktion in Stolberg ist Erzieherin Claudia Krüger aus der AWO Kita „Traumland“ auf dem Donnerberg.Ihr ist das Thema Gemüse wichtig, weil Kinder und Jugendliche zunehmend den Zugang zur natürlichen Lebensmittelproduktion und den ihr zugrundeliegenden Prozessen verlieren.
Krüger selbst besitzt einen Garten und wurde auf das Thema in einem Youtube-Video aufmerksam. Zusammen mit der Ackermentorin Anja Plum und Hanna Döhring, Gemüse-Ackerdemie, Assistenz Regionalmanagement NRW Süd, stand nach dem Umgraben und der Ruhezeit von drei Wochen nun das erste Pflanzen mit den Kindern an.
Bevor diese in Matschhosen und Regenstiefeln ihre ersten Radieschen säten und Tomaten, Gurken, Kohlrabi, Mangold, Palmkohl, Zucchini, gelbe/rote/geringelte Bete, Zuckermais, Tomate, Kürbis, Fenchel, Kopfsalat und Kartoffeln pflanzten, wollte Hanna Döhring wissen, welche Jungpflanzen zu den Früchten passen.
Bei den Kartoffelsorten gab es sogar drei verschiedene. Da staunten die Eltern, als ihre Sprösslinge gleich die festkochende „Linda“ erkannten. Die mit roter Schale und hellgelbem Fruchtfleisch versehene Kartoffel ist die „Desiree“ und dem, kräftig und würzenden „Blauen Schweden“ ordneten sie die blaulila Farbe zu. Mangold und Fenchel zu benennen, fiel den Kindern dagegen schon schwerer.

Radieschen zum Start

Die Radieschen waren übrigens das einzige Gemüse, das an diesem ersten Pflanztag gesät wurde. Zu den Ackerregeln zählen: Nicht über die Beete rennen, sondern die dafür vorgesehenen Wege benutzen, das Werkzeug nach unten halten und die Pflanzen immer am Ballen anfassen.

„Kalle Kartoffelkäfer“

Die Kinder wurden nun in dreier- oder Vierergruppen in die Charaktere „Kalle Kartoffelkäfer“, „Karla Kartoffel“, „Sara Salat“, „Rudi Radieschen“, „Willi Wurm“, „Bernd Bohne“ und „Tilda Tomate“ eingeteilt, und dann ging es mit den Helfer/innen zum Acker, wo die Schaufeln zum Löcherbuddeln, die Gießkannen zum Bewässern, die Bambusstäbe und die beschrifteten Holzstäbchen schon bereit lagen.
Die Löcher für die Tomatenpflanzen wurden nach dem Ausgraben gewässert und noch mit Brennesseln ausgelegt, sozusagen als Dünger und Nahrung für die Jungpflanzen. Dann kamen die Bambusstäbe hinein und die Pflanzen, die mit der umliegenden Erde in das Loch angedrückt wurden.
Später pflückten die Kinder noch Gras und suchten nach getrockneten Blättern. Dieses Mulchmaterial wurde ganzflächig um die Tomatenpflanzen gestreut, um sie vor Austrocknung zu schützen. Bei den Kürbissen diente der Bambusstab als Metermaß, denn die großen Früchte brauchen Platz.

Zum idealen Anfängergemüse gehören selbstverständlich die Radieschen, deren Samen schnell keimen und in einer Reihe gesät mit Markiersand versehen wurden. Die Regenwürmer hatten es den Kindern besonders angetan und immer wieder kam ein Kind damit angerannt, denn sie wissen um ihre Bedeutung, dass sie den Boden lockern und die Erde verbessern. Die Arbeit auf dem Acker kam dem Entdeckungs- und Bewegungsdrang der Kinder entgegen und schweißte sie irgendwie zusammen.

Jetzt tragen die jungen Gärtnerinnen und Gärtner gemeinsame Verantwortung für das Feld und können es kaum erwarten, was in den nächsten Tagen und Wochen geschehen wird. (mlo)

Stolberger Zeitung, 21.05.2019